Koronare Herzkrankheit (KHK): Symptome, Ursachen & Behandlung

Koronare Herzkrankheit (KHK): Symptome, Ursachen & Behandlung

Koronare Herzkrankheit (KHK): Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Diese sogenannten Koronararterien versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut. Werden sie durch krankhafte Gefäßveränderungen verengt oder in ihrer Funktion beeinträchtigt, kann die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels nicht mehr ausreichend sein.

Eine zentrale Rolle spielt dabei häufig die Atherosklerose. Sie kann zu Plaquebildung und Verengungen der Koronararterien führen. Mögliche Folgen reichen von belastungsabhängiger Angina pectoris bis zu akuten koronaren Ereignissen wie einem Herzinfarkt.

In diesem Lernartikel erfahren Sie, was eine koronare Herzkrankheit ist, wie sie entsteht, welche Symptome auftreten können, welche Risikofaktoren wichtig sind und wie Diagnostik und Behandlung grundsätzlich aufgebaut sind.

Kurz erklärt: Was ist eine koronare Herzkrankheit?

Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Koronararterien betroffen, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgen.

Häufig liegt eine Atherosklerose zugrunde. Durch Plaques können sich die Gefäße verengen und der Blutfluss zum Herzmuskel kann abnehmen.

Atherosklerose
↓
Veränderung / Verengung der Koronararterien
↓
verminderte koronare Durchblutung
↓
Sauerstoffangebot kann den Bedarf nicht decken
↓
Myokardischämie

Wichtig: Akute Brustschmerzen können ein Notfall sein

Neu auftretende, starke oder anhaltende Brustschmerzen beziehungsweise ein ausgeprägtes Druck- oder Engegefühl im Brustkorb können auf ein akutes Koronarsyndrom oder einen Herzinfarkt hinweisen.

Insbesondere bei Beschwerden in Verbindung mit Atemnot, kaltem Schweiß, Übelkeit, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder einer Ausstrahlung in Arm, Schulter, Rücken, Hals oder Kiefer sollte unverzüglich der örtliche Rettungsdienst verständigt werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die KHK betrifft die Koronararterien.
  • Eine häufige Ursache ist die Atherosklerose.
  • Atherosklerotische Plaques können den Blutfluss zum Herzmuskel einschränken.
  • Eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Myokards wird als Myokardischämie bezeichnet.
  • Ein wichtiges Symptom ist Angina pectoris.
  • Eine KHK kann jedoch auch ohne typische Beschwerden bestehen.
  • Wichtige Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte und Diabetes.
  • Die Diagnostik wird an Symptome, Risikofaktoren und die klinische Wahrscheinlichkeit einer KHK angepasst.
  • Die Behandlung kann Lebensstilmaßnahmen, Medikamente und bei ausgewählten Patienten eine Revaskularisation umfassen.
  • Eine KHK kann mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und andere kardiovaskuläre Komplikationen verbunden sein.

1. Was ist die koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung der Blutgefäße, die den Herzmuskel versorgen.

Diese Blutgefäße werden als Koronararterien oder Herzkranzgefäße bezeichnet.

Bei einer KHK können strukturelle und funktionelle Veränderungen der Koronargefäße dazu führen, dass der Herzmuskel insbesondere bei erhöhtem Sauerstoffbedarf nicht ausreichend durchblutet wird.

Die klassische Form ist eng mit einer atherosklerotischen Erkrankung der epikardialen Koronararterien verbunden.

KHK ist mehr als nur „ein verstopftes Gefäß“

Moderne Konzepte berücksichtigen neben obstruktiven Veränderungen der großen Koronararterien auch nicht-obstruktive Formen der koronaren Erkrankung, beispielsweise Störungen der koronaren Mikrozirkulation oder der Gefäßfunktion. Beschwerden und Ischämie können daher auch auftreten, ohne dass eine einzelne große Koronararterie hochgradig verengt ist.

2. Welche Aufgabe haben die Koronararterien?

Der Herzmuskel arbeitet kontinuierlich und benötigt dafür Sauerstoff und Nährstoffe. Diese Versorgung erfolgt über die Koronararterien.

Die beiden Hauptsysteme entspringen im Bereich der Aortenwurzel:

  • rechte Koronararterie – Right Coronary Artery (RCA),
  • linke Koronararterie – Left Coronary Artery (LCA).

Die linke Koronararterie verzweigt sich typischerweise unter anderem in:

  • Ramus interventricularis anterior beziehungsweise LAD,
  • Ramus circumflexus beziehungsweise LCx.

Diese Gefäße und ihre Äste versorgen unterschiedliche Regionen des Herzmuskels.

Aorta
↓
Koronararterien
↓
koronarer Blutfluss
↓
Sauerstoff + Nährstoffe
↓
Herzmuskel

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3. Wie entsteht eine koronare Herzkrankheit?

Die Entstehung einer KHK ist ein komplexer Prozess. Bei der klassischen atherosklerotischen KHK entwickeln sich über längere Zeit Veränderungen in den Wänden der Koronararterien.

Dabei können sich atherosklerotische Plaques bilden.

Mit zunehmender Plaquebelastung kann:

  • das Gefäßlumen enger werden,
  • der Blutfluss beeinträchtigt werden,
  • die Fähigkeit zur Steigerung des koronaren Blutflusses abnehmen,
  • bei erhöhtem Sauerstoffbedarf eine Ischämie auftreten.

Körperliche Belastung erhöht beispielsweise Herzfrequenz und Herzarbeit. Dadurch steigt der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels.

Kann der koronare Blutfluss nicht ausreichend gesteigert werden, kann ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf entstehen.

4. Welche Rolle spielt Atherosklerose bei der KHK?

Die Atherosklerose ist einer der zentralen pathophysiologischen Prozesse der koronaren Herzkrankheit.

Dabei entwickeln sich in der Gefäßwand Plaques, die unter anderem Lipide, Entzündungszellen, Bindegewebe und weitere Bestandteile enthalten können.

Der Prozess entwickelt sich typischerweise über Jahre.

Prozess Mögliche Folge
Plaquebildung Veränderung der Arterienwand
Zunehmende Stenose Eingeschränkte koronare Flussreserve
Unzureichender Blutfluss Myokardischämie
Akute Plaqueveränderung Thrombusbildung und mögliches akutes Koronarsyndrom

Risikofaktoren
↓
atherosklerotische Gefäßveränderungen
↓
Plaquebildung
↓
Koronarstenose und/oder akute Plaqueveränderung
↓
Myokardischämie / akutes Koronarsyndrom

5. Was ist eine Myokardischämie?

Als Myokardischämie bezeichnet man eine unzureichende Blut- und damit Sauerstoffversorgung des Herzmuskels im Verhältnis zu seinem Bedarf.

Vereinfacht lässt sich das Prinzip so darstellen:

Sauerstoffbedarf des Myokards > verfügbares Sauerstoffangebot
=
Myokardischämie

Der Sauerstoffbedarf kann beispielsweise bei körperlicher Belastung steigen. Wenn die Koronararterien den Blutfluss nicht ausreichend erhöhen können, können ischämische Beschwerden entstehen.

Eine Ischämie muss jedoch nicht immer typische Schmerzen verursachen. Es gibt auch stumme beziehungsweise asymptomatische Ischämien.

6. Was ist Angina pectoris?

Angina pectoris bezeichnet Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer vorübergehenden Myokardischämie auftreten können.

Typisch sind:

  • Druckgefühl im Brustkorb,
  • Engegefühl,
  • Schmerzen oder unangenehmes retrosternales Gefühl,
  • mögliche Ausstrahlung in Arm, Schulter, Hals, Kiefer oder Rücken.

Stabile Angina pectoris

Bei einer klassischen stabilen Angina treten Beschwerden häufig reproduzierbar bei Situationen auf, in denen der Sauerstoffbedarf des Herzens steigt, beispielsweise bei körperlicher Belastung.

Die Beschwerden können bei Beendigung der Belastung wieder abnehmen.

Nicht jede KHK verursacht klassische Angina

Manche Betroffene berichten eher über:

  • Atemnot,
  • ungewöhnliche Erschöpfung,
  • Übelkeit,
  • Oberbauchbeschwerden,
  • Schulter-, Rücken- oder Kieferbeschwerden.

Andere Personen haben zunächst überhaupt keine auffälligen Symptome.

Angina pectoris ist ein Symptom – keine eigenständige Ursache

Für das Lernen ist diese Unterscheidung wichtig: Angina pectoris beschreibt einen Symptomkomplex. Die zugrunde liegende Ursache muss diagnostisch geklärt werden.

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7. Welche Symptome kann eine koronare Herzkrankheit verursachen?

Die Symptome einer KHK können unterschiedlich ausgeprägt sein.

Mögliche Beschwerden umfassen:

  • Schmerz, Druck oder Engegefühl im Brustkorb,
  • Atemnot,
  • verminderte körperliche Belastbarkeit,
  • Schmerzen oder Beschwerden mit Ausstrahlung,
  • ungewöhnliche Müdigkeit,
  • Übelkeit oder andere atypische Beschwerden.
Mögliche Präsentation Beispiel
Typische Brustbeschwerden Druck, Schmerz oder Engegefühl
Ausstrahlung Arm, Schulter, Hals, Kiefer oder Rücken
Angina-Äquivalent Zum Beispiel Atemnot oder ausgeprägte Belastungsintoleranz
Asymptomatisch Keine deutlich wahrnehmbaren Beschwerden

8. KHK und Herzinfarkt: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe KHK und Herzinfarkt bedeuten nicht dasselbe.

KHK Herzinfarkt
Chronische beziehungsweise fortschreitende koronare Erkrankung möglich Akutes klinisches Ereignis
Betrifft die Koronararterien und koronare Durchblutung Anhaltende Ischämie führt zur Schädigung beziehungsweise Nekrose von Herzmuskelzellen
Kann stabil verlaufen und muss nicht immer Symptome verursachen Erfordert dringende medizinische Beurteilung und Behandlung

Eine atherosklerotische KHK bildet häufig den Hintergrund für akute koronare Ereignisse.

Wenn sich eine atherosklerotische Plaque akut verändert und sich ein Thrombus bildet, kann der Blutfluss in einer Koronararterie plötzlich stark reduziert oder unterbrochen werden.

KHK / Atherosklerose
↓
akute Plaqueveränderung
↓
Thrombusbildung
↓
akute Myokardischämie
↓
möglicher Herzinfarkt

9. Welche Risikofaktoren gibt es für eine KHK?

Die Entstehung und das Fortschreiten atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden durch verschiedene Risikofaktoren beeinflusst.

Beeinflussbare Risikofaktoren

  • Rauchen,
  • arterielle Hypertonie,
  • erhöhte beziehungsweise ungünstige Blutfettwerte,
  • Diabetes mellitus,
  • körperliche Inaktivität,
  • Übergewicht und Adipositas,
  • ungünstige Ernährungsgewohnheiten.

Nicht oder nur begrenzt beeinflussbare Faktoren

  • Alter,
  • genetische Faktoren,
  • familiäre Vorbelastung,
  • bestimmte Begleiterkrankungen und individuelle Faktoren.
Mehrere Risikofaktoren können zusammenwirken

Das individuelle kardiovaskuläre Risiko hängt nicht von einem einzelnen Wert ab. In der klinischen Risikobeurteilung werden mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet.

10. Wie wird eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert?

Die Diagnostik beginnt mit einer strukturierten klinischen Beurteilung.

Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • Art und Charakter der Beschwerden,
  • Auslöser und Dauer der Symptome,
  • medizinische Vorgeschichte,
  • Familienanamnese,
  • kardiovaskuläre Risikofaktoren,
  • körperliche Untersuchung.

12-Kanal-EKG

Ein Ruhe-EKG gehört zu den grundlegenden Untersuchungen bei der kardiologischen Beurteilung. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf.

Ein unauffälliges Ruhe-EKG allein schließt eine koronare Herzkrankheit jedoch nicht aus.

Laboruntersuchungen

Je nach klinischer Situation können beispielsweise folgende Parameter relevant sein:

  • Lipidprofil,
  • Blutzucker beziehungsweise HbA1c,
  • Nierenfunktion,
  • Blutbild,
  • weitere Laborwerte entsprechend der klinischen Fragestellung.

Echokardiographie

Die transthorakale Echokardiographie ermöglicht die Beurteilung von Herzstruktur und Herzfunktion. Dabei können beispielsweise die linksventrikuläre Funktion und mögliche regionale Wandbewegungsstörungen beurteilt werden.

Koronar-CT

Die Koronar-CT-Angiographie kann die Anatomie der Koronararterien nicht-invasiv darstellen und wird abhängig von der klinischen Wahrscheinlichkeit und Fragestellung zur Abklärung einer vermuteten koronaren Erkrankung eingesetzt.

Funktionelle Bildgebung

Mit funktionellen Untersuchungen kann beurteilt werden, ob eine relevante Myokardischämie vorliegt. Je nach Situation kommen unterschiedliche Verfahren infrage.

Invasive Koronarangiographie

Bei einer invasiven Koronarangiographie werden die Koronararterien mithilfe eines Katheters und Kontrastmittels dargestellt. Sie kann in ausgewählten klinischen Situationen zur Diagnostik und zur Planung beziehungsweise Durchführung einer Revaskularisation eingesetzt werden.

Nicht jeder Patient benötigt dieselben Untersuchungen

Die moderne KHK-Diagnostik erfolgt risikoadaptiert. Symptome, klinische Wahrscheinlichkeit, Risikofaktoren, Vorerkrankungen und bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse beeinflussen die Auswahl der weiteren Tests.

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11. Wie wird eine koronare Herzkrankheit behandelt?

Die Behandlung der KHK verfolgt mehrere Ziele.

  • Beschwerden reduzieren,
  • Lebensqualität verbessern,
  • kardiovaskuläre Ereignisse verhindern,
  • Risikofaktoren behandeln,
  • das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen.

Die Therapie wird individuell festgelegt und kann mehrere Bausteine kombinieren.

Therapiebaustein Grundsätzliches Ziel
Lebensstil Beeinflussbare Risikofaktoren reduzieren
Medikamente Symptome kontrollieren und/oder kardiovaskuläre Ereignisse verhindern
PCI Geeignete relevante Koronarstenosen interventionell behandeln
CABG / Bypass Blutfluss durch chirurgische Umgehung geeigneter Koronarstenosen verbessern

12. Welche Rolle spielen Medikamente bei der KHK?

Die medikamentöse Behandlung hängt von der individuellen klinischen Situation, den Symptomen, Begleiterkrankungen, Risiken und möglichen Kontraindikationen ab.

Grundsätzlich können Medikamente unterschiedliche Ziele verfolgen:

Symptomkontrolle

Antianginöse Medikamente können eingesetzt werden, um Angina-Beschwerden zu reduzieren oder zu verhindern.

Zu den Medikamentengruppen, die je nach Situation eine Rolle spielen können, gehören beispielsweise:

  • Betablocker,
  • Kalziumkanalblocker,
  • Nitrate,
  • weitere antianginöse Medikamente in ausgewählten Situationen.

Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse

Je nach individueller Situation können außerdem Medikamente zur Sekundärprävention beziehungsweise zur Behandlung von Risikofaktoren erforderlich sein.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • lipidsenkende Therapie,
  • Thrombozytenaggregationshemmung bei entsprechender Indikation,
  • Behandlung einer arteriellen Hypertonie,
  • Behandlung eines Diabetes,
  • weitere kardiovaskuläre Medikamente abhängig von Begleiterkrankungen.
Medikamente nicht eigenständig beginnen, ändern oder absetzen

Welche Medikamente geeignet sind, hängt von Diagnose, Blutungsrisiko, Blutdruck, Herzfrequenz, Begleiterkrankungen, möglichen Wechselwirkungen und weiteren individuellen Faktoren ab. Die Behandlung muss deshalb medizinisch festgelegt und überwacht werden.

13. PCI und Bypass: Was bedeutet Revaskularisation?

Unter Revaskularisation versteht man Verfahren, die den Blutfluss zum Herzmuskel bei geeigneten Koronarveränderungen verbessern sollen.

Perkutane Koronarintervention (PCI)

Bei einer PCI wird über einen Katheter eine relevante Koronarstenose interventionell behandelt. Häufig wird dabei ein Stent eingesetzt, um das Gefäß offen zu halten.

Koronararterien-Bypassoperation (CABG)

Bei einer Bypassoperation wird chirurgisch eine Umgehung für relevante verengte oder verschlossene Koronarabschnitte geschaffen.

PCI CABG
Katheterbasiertes Verfahren Chirurgisches Verfahren
Häufig mit Stentimplantation Gefäßtransplantat beziehungsweise Bypass umgeht relevante Stenosen
Für bestimmte Koronaranatomien und klinische Situationen geeignet Kann bei bestimmten komplexeren Koronarbefunden bevorzugt werden

Ob eine Revaskularisation erforderlich ist und welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Symptomen, Ischämie, Koronaranatomie, Komplexität der Erkrankung, Begleiterkrankungen und individuellem Risiko ab.

14. Prävention und Risikofaktormanagement bei KHK

Ein zentraler Bestandteil der langfristigen Behandlung ist die konsequente Kontrolle beeinflussbarer Risikofaktoren.

Rauchstopp

Rauchen ist ein bedeutender beeinflussbarer Risikofaktor für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rauchstopp ist daher ein wichtiger Bestandteil der Prävention.

Blutdruckkontrolle

Arterielle Hypertonie erhöht das kardiovaskuläre Risiko und sollte entsprechend der individuellen Situation erkannt und behandelt werden.

Blutfette

Ungünstige Lipidwerte, insbesondere erhöhte Konzentrationen atherogener Lipoproteine, spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung atherosklerotischer Gefäßerkrankungen.

Diabetes

Diabetes mellitus ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden und sollte bei der Gesamtbeurteilung berücksichtigt werden.

Bewegung und Ernährung

Regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene, herzgesunde Ernährung gehören zu den grundlegenden Lebensstilmaßnahmen. Art und Intensität körperlicher Aktivität sollten bei bestehender Herzerkrankung an die individuelle medizinische Situation angepasst werden.

Rauchstopp
+
Blutdruckkontrolle
+
Lipidmanagement
+
Diabetesmanagement
+
Bewegung & Ernährung
=
wichtige Bausteine des kardiovaskulären Risikomanagements

15. Koronare Herzkrankheit leichter lernen

Für Prüfungen und medizinische Ausbildung hilft es, die KHK als zusammenhängende Kette zu lernen.

Risikofaktoren
↓
Atherosklerose
↓
Koronarveränderung
↓
verminderte koronare Flussreserve
↓
Myokardischämie
↓
Angina pectoris / andere Symptome

5 Fragen zur KHK

  1. Was ist betroffen? – Die Koronararterien beziehungsweise koronare Durchblutung.
  2. Was ist ein zentraler Mechanismus? – Häufig Atherosklerose.
  3. Was kann daraus entstehen? – Myokardischämie.
  4. Wie kann sich diese äußern? – Zum Beispiel als Angina pectoris.
  5. Was sind wichtige Therapieziele? – Symptome reduzieren, Risikofaktoren behandeln und kardiovaskuläre Ereignisse verhindern.

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Häufige Fragen zur koronaren Herzkrankheit

Was ist eine koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Häufig führen atherosklerotische Veränderungen dazu, dass die Blutversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt wird.

Was bedeutet KHK?

KHK ist die Abkürzung für koronare Herzkrankheit.

Was sind typische Symptome einer KHK?

Typische Beschwerden können Druck, Schmerz oder Engegefühl im Brustkorb sowie Atemnot sein. Beschwerden können in Arm, Schulter, Hals, Kiefer oder Rücken ausstrahlen. Manche Betroffene haben atypische oder keine deutlich wahrnehmbaren Symptome.

Was ist Angina pectoris?

Angina pectoris beschreibt Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer vorübergehenden unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels auftreten können. Häufig wird ein Druck-, Schmerz- oder Engegefühl im Brustkorb beschrieben.

Ist eine KHK dasselbe wie ein Herzinfarkt?

Nein. Eine KHK ist eine koronare Erkrankung, die häufig chronisch verläuft. Ein Herzinfarkt ist ein akutes Ereignis, bei dem Herzmuskelzellen durch eine anhaltende unzureichende Blutversorgung geschädigt werden.

Kann eine KHK ohne Symptome bestehen?

Ja. Eine koronare Herzkrankheit kann zunächst ohne typische Symptome verlaufen. Bei manchen Menschen wird sie erst im Rahmen einer Untersuchung oder nach Auftreten einer Komplikation erkannt.

Wie wird eine KHK diagnostiziert?

Die Diagnostik berücksichtigt Beschwerden, Anamnese, Risikofaktoren und klinische Untersuchung. Abhängig von der Situation können EKG, Echokardiographie, Laboruntersuchungen, Koronar-CT, funktionelle Bildgebung oder invasive Koronarangiographie eingesetzt werden.

Wie wird eine koronare Herzkrankheit behandelt?

Die Behandlung ist individuell und kann Lebensstil- und Risikofaktormanagement, Medikamente sowie bei geeigneten Patienten eine Revaskularisation durch PCI oder Koronarbypass umfassen.

Fazit

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Erkrankung der Koronararterien und gehört zu den zentralen kardiovaskulären Krankheitsbildern.

Häufig liegt eine Atherosklerose zugrunde. Durch atherosklerotische Gefäßveränderungen kann die Fähigkeit der Koronararterien eingeschränkt werden, den Herzmuskel entsprechend seinem Sauerstoffbedarf zu versorgen.

Eine daraus resultierende Myokardischämie kann sich beispielsweise als Angina pectoris äußern. Eine KHK kann jedoch auch ohne klassische Brustschmerzen verlaufen.

Die moderne Diagnostik berücksichtigt die klinische Wahrscheinlichkeit einer koronaren Erkrankung und kann je nach Situation nicht-invasive sowie invasive Untersuchungen einschließen.

Bei der Behandlung spielen sowohl die Kontrolle der Symptome als auch die Reduktion des langfristigen kardiovaskulären Risikos eine wichtige Rolle.

Kardiovaskuläre Erkrankungen weiterlernen

Dieser Artikel ist Teil unseres deutschsprachigen Lernclusters über kardiovaskuläre Erkrankungen.

→ Kardiovaskuläre Erkrankungen: Arten, Symptome, Risikofaktoren und Prävention

→ Herzinsuffizienz: Symptome, Ursachen, Formen und Behandlung

→ Herzrhythmusstörungen: Arten, Symptome und Vorhofflimmern

→ Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Risiken, Folgen und Prävention

→ Zum medizinischen Wissenszentrum

Medizinische Quellen und weiterführende Literatur

Die medizinischen Grundlagen dieses Lernartikels orientieren sich unter anderem an folgenden Fachquellen:

  1. European Society of Cardiology (ESC) – 2024 Guidelines for the Management of Chronic Coronary Syndromes. Aktuelle europäische Leitlinie zu Diagnostik und Management chronischer Koronarsyndrome.
    ESC – Chronic Coronary Syndromes
  2. National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) – Coronary Heart Disease. Überblick über koronare Herzkrankheit, Ursachen, Symptome und medizinische Grundlagen.
    NHLBI – Coronary Heart Disease
  3. NHLBI – Coronary Heart Disease: Causes and Prevention. Informationen zu Atherosklerose, Plaquebildung, Gefäßfunktion und Prävention.
    NHLBI – Causes and Prevention
  4. NHLBI – Coronary Heart Disease: Diagnosis. Überblick über Risikobeurteilung und diagnostische Untersuchungen.
    NHLBI – Diagnosis
  5. NHLBI – Coronary Heart Disease: Treatment. Informationen zu Lebensstilmaßnahmen, medikamentöser Behandlung und interventionellen Verfahren.
    NHLBI – Treatment
  6. National Institute for Health and Care Excellence (NICE) – Stable angina: management. Leitlinie zu allgemeinen Behandlungsprinzipien, antianginöser Therapie und Revaskularisation.
    NICE – Stable Angina

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen medizinischen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Diagnostik und Therapie einer koronaren Herzkrankheit müssen individuell durch qualifizierte medizinische Fachpersonen erfolgen. Bei neu auftretenden, starken oder anhaltenden Brustschmerzen, schwerer Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder anderen möglichen Zeichen eines akuten Herz-Kreislauf-Notfalls sollte unverzüglich der örtliche Rettungsdienst verständigt werden.

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