Infusionslösungen: Arten, Unterschiede und Anwendung

Infusionslösungen: Arten, Unterschiede und Anwendung

Infusionslösungen: Arten, Unterschiede und Anwendung im Überblick

Infusionslösungen gehören zu den grundlegenden Bestandteilen der intravenösen Flüssigkeitstherapie. Sie können verwendet werden, um Flüssigkeit und Elektrolyte intravenös bereitzustellen, Verluste auszugleichen oder – abhängig von der klinischen Situation – das intravasale Volumen zu unterstützen.

Doch Infusionslösung ist nicht gleich Infusionslösung. NaCl 0,9 %, Ringer-Laktat, balancierte Elektrolytlösungen, Glukoselösungen und kolloidale Lösungen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und ihren Eigenschaften.

In diesem Leitfaden lernen Sie die wichtigsten Arten von IV-Flüssigkeiten, die Unterschiede zwischen Kristalloiden und Kolloiden sowie die Grundlagen von Isotonie, Hypotonie und Hypertonie kennen.

Kurz erklärt: Welche Infusionslösungen gibt es?

Infusionsflüssigkeiten lassen sich grundsätzlich in verschiedene Gruppen einteilen. Eine wichtige Unterscheidung ist:

IV-Flüssigkeiten
↓
Kristalloide + Kolloide

Zu den häufig bekannten kristalloiden Lösungen gehören beispielsweise:

  • Natriumchlorid-Lösung 0,9 % (NaCl 0,9 %),
  • Ringer-Laktat,
  • andere balancierte Elektrolytlösungen,
  • Glukoselösungen,
  • sowie Lösungen mit unterschiedlichen Elektrolytkonzentrationen.

Welche Flüssigkeit geeignet ist, hängt vom klinischen Ziel, Flüssigkeitsstatus, Elektrolythaushalt, Säure-Basen-Status, Begleiterkrankungen und der laufenden Überwachung ab.

Wichtig

Die intravenöse Flüssigkeitstherapie ist eine medizinische Behandlung. Art, Volumen und Infusionsgeschwindigkeit einer Lösung müssen an den individuellen Patienten und die klinische Situation angepasst werden. Dieser Artikel dient ausschließlich der Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine ärztliche Verordnung, klinische Beurteilung, institutionelle Leitlinie oder professionelle Schulung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kristalloide enthalten Wasser und kleine gelöste Stoffe beziehungsweise Elektrolyte.
  • Kolloide enthalten größere Moleküle, beispielsweise bestimmte Proteine.
  • NaCl 0,9 % enthält Natrium und Chlorid.
  • Ringer-Laktat enthält mehrere Elektrolyte und Lactat.
  • Die Begriffe isoton, hypoton und hyperton beschreiben osmotische Eigenschaften einer Lösung im Verhältnis zu einem Vergleichssystem.
  • IV-Flüssigkeiten können unterschiedlichen Zielen dienen: Reanimation/Volumentherapie, Erhaltung, Ersatz bestehender oder laufender Verluste und Korrektur einer veränderten Flüssigkeitsverteilung.
  • Die Wirkung der Therapie muss regelmäßig neu beurteilt werden.

1. Was sind Infusionslösungen?

Infusionslösungen sind sterile Flüssigkeiten, die über einen geeigneten intravenösen Zugang in den Blutkreislauf verabreicht werden können.

Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Produkt. Sie können beispielsweise enthalten:

  • Wasser,
  • Natrium,
  • Chlorid,
  • Kalium,
  • Calcium,
  • Magnesium,
  • Glukose,
  • Puffervorstufen wie Lactat oder Acetat,
  • oder größere Moleküle bei bestimmten kolloidalen Lösungen.

Die Zusammensetzung beeinflusst, wie sich eine Flüssigkeit im Organismus verteilt und für welche therapeutischen Ziele sie in Betracht kommt.

2. Warum werden IV-Flüssigkeiten eingesetzt?

Der Körper benötigt Wasser und Elektrolyte, um zahlreiche physiologische Prozesse aufrechtzuerhalten. Normalerweise erfolgt die Flüssigkeitsaufnahme über den gastrointestinalen Weg.

Eine intravenöse Flüssigkeitstherapie kann notwendig werden, wenn der Flüssigkeits- und Elektrolytbedarf nicht ausreichend über orale oder enterale Wege gedeckt werden kann oder wenn eine spezifische klinische Situation eine intravenöse Behandlung erfordert.

Je nach Situation kann eine IV-Flüssigkeitstherapie unterschiedliche Ziele verfolgen:

  • Unterstützung bei einem intravasalen Volumendefizit,
  • Deckung eines Erhaltungsbedarfs,
  • Ersatz bestehender Flüssigkeits- oder Elektrolytdefizite,
  • Ersatz laufender abnormaler Verluste,
  • Berücksichtigung einer veränderten Flüssigkeitsverteilung.

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3. Die 5 R der IV-Flüssigkeitstherapie

Eine hilfreiche Struktur zum Verständnis der intravenösen Flüssigkeitstherapie sind die von NICE verwendeten „5 R“.

5 R Bedeutung Grundidee
Resuscitation Flüssigkeitsreanimation Behandlung eines relevanten intravasalen Volumendefizits in geeigneten Situationen
Routine Maintenance Erhaltungstherapie Deckung des grundlegenden Flüssigkeits- und Elektrolytbedarfs, wenn dies nicht anderweitig möglich ist
Replacement Ersatz Ausgleich bestehender oder laufender Verluste
Redistribution Umverteilung Berücksichtigung einer abnormalen Flüssigkeitsverteilung
Reassessment Neubeurteilung Regelmäßige Kontrolle von Bedarf, Wirkung und möglichen Risiken
Merksatz

Resuscitation → Maintenance → Replacement → Redistribution → Reassessment

4. Körperwasser und Flüssigkeitsräume verstehen

Um Infusionslösungen zu verstehen, ist ein grundlegendes Verständnis der Flüssigkeitsverteilung im menschlichen Körper hilfreich.

Das Körperwasser befindet sich in verschiedenen Kompartimenten. Zwei wichtige Bereiche sind:

  • der intrazelluläre Flüssigkeitsraum innerhalb der Zellen;
  • der extrazelluläre Flüssigkeitsraum außerhalb der Zellen.

Zum extrazellulären Flüssigkeitsraum gehören unter anderem:

  • das Blutplasma;
  • die interstitielle Flüssigkeit zwischen den Zellen.

Wasser kann sich zwischen diesen Räumen bewegen. Dabei spielen unter anderem Konzentrationsunterschiede gelöster Stoffe und die Osmose eine wichtige Rolle.

5. Was sind kristalloide Infusionslösungen?

Kristalloide bestehen aus Wasser und relativ kleinen gelösten Molekülen beziehungsweise Elektrolyten.

Zu den bekannten Beispielen zählen:

  • NaCl 0,9 %,
  • Ringer-Laktat,
  • andere balancierte kristalloide Lösungen,
  • verschiedene Glukose- und Elektrolytlösungen.

Kristalloide gehören zu den am häufigsten eingesetzten IV-Flüssigkeiten. Ihre Eigenschaften unterscheiden sich jedoch deutlich je nach Zusammensetzung.

6. Was ist NaCl 0,9 %?

Die Natriumchlorid-Lösung 0,9 %, häufig als Kochsalzlösung oder „Normal Saline“ bezeichnet, ist eine kristalloide Lösung.

Sie enthält ungefähr:

  • Natrium: 154 mmol/L
  • Chlorid: 154 mmol/L

Damit enthält sie deutlich mehr Chlorid als normales Plasma.

Warum ist Chlorid wichtig?

Bei größeren beziehungsweise klinisch relevanten Mengen chloridreicher Flüssigkeiten kann der Chlorid- und Säure-Basen-Haushalt eine Rolle spielen. NICE empfiehlt bei Patienten, die IV-Flüssigkeiten mit einer Chloridkonzentration über 120 mmol/L erhalten – beispielsweise NaCl 0,9 % – eine entsprechende Überwachung des Serumchlorids.

7. Was ist Ringer-Laktat?

Ringer-Laktat ist ebenfalls eine kristalloide Infusionslösung. Im Gegensatz zu NaCl 0,9 % enthält sie mehrere Elektrolyte.

Eine typische Zusammensetzung umfasst ungefähr:

  • Natrium: 130 mmol/L,
  • Chlorid: 109 mmol/L,
  • Kalium: 4 mmol/L,
  • Calcium,
  • Lactat.

Die exakte Zusammensetzung kann je nach Produkt beziehungsweise Formulierung variieren. Deshalb sollte in der klinischen Praxis immer die tatsächliche Produktinformation geprüft werden.

Was bedeutet „balancierte“ Infusionslösung?

Balancierte kristalloide Lösungen versuchen hinsichtlich ihrer Elektrolytzusammensetzung und Pufferkomponenten bestimmte Eigenschaften des Extrazellulärraums stärker nachzubilden als eine reine Natriumchlorid-Lösung.

Eigenschaft NaCl 0,9 % Ringer-Laktat
Natrium ca. 154 mmol/L ca. 130 mmol/L
Chlorid ca. 154 mmol/L ca. 109 mmol/L
Kalium Nein Ja
Calcium Nein Je nach Formulierung vorhanden
Lactat Nein Ja

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8. Was sind Glukoselösungen?

Glukoselösungen enthalten Wasser und Glukose in einer definierten Konzentration.

Ein bekanntes Beispiel ist eine 5%ige Glukoselösung. Ihre physiologische Wirkung lässt sich nicht allein aus der Osmolarität des Infusionsbeutels ableiten, da Glukose nach der Verabreichung aufgenommen und metabolisiert wird.

Dadurch verändert sich die effektive Verteilung des verbleibenden Wassers im Körper.

Wichtiger Lernpunkt

Osmolarität und Tonizität sind nicht dasselbe. Bei der Beurteilung einer Infusionslösung muss berücksichtigt werden, welche gelösten Stoffe Zellmembranen passieren oder metabolisiert werden können und wie sich die Flüssigkeit nach der Infusion im Organismus verteilt.

9. Was sind kolloidale Infusionslösungen?

Kolloidale Lösungen enthalten im Vergleich zu Kristalloiden größere Moleküle beziehungsweise Makromoleküle.

Ein wichtiges Beispiel ist:

  • Humanalbumin.

Historisch wurden beziehungsweise werden auch andere kolloidale Präparate beschrieben. Ihre Anwendung ist jedoch stark vom konkreten Produkt, der Indikation, Evidenz und geltenden Leitlinien abhängig.

Kristalloide werden in vielen klinischen Situationen häufiger verwendet. Kolloide stellen keinen allgemeinen Ersatz dar, der unabhängig vom klinischen Kontext grundsätzlich vorzuziehen wäre.

10. Kristalloide oder Kolloide: Was ist der Unterschied?

Eigenschaft Kristalloide Kolloide
Gelöste Bestandteile Kleine Moleküle / Elektrolyte Größere Moleküle / Makromoleküle
Beispiele NaCl 0,9 %, Ringer-Laktat, balancierte Kristalloide z. B. Humanalbumin
Klinische Verwendung Sehr häufig, abhängig vom Therapieziel Spezifischer und indikationsabhängig

11. Was bedeutet isoton, hypoton und hyperton?

Die Begriffe isoton, hypoton und hyperton helfen zu verstehen, wie eine Lösung die Wasserbewegung über Zellmembranen beeinflussen kann.

Die Zellmembran ist selektiv permeabel. Wasser kann sich aufgrund osmotischer Gradienten zwischen verschiedenen Kompartimenten bewegen.

Isoton → kein ausgeprägter osmotischer Netto-Wassereffekt auf das Zellvolumen

Hypoton → Wasserbewegung in Richtung Zelle wird begünstigt

Hyperton → Wasserbewegung aus der Zelle wird begünstigt

12. Was ist eine isotone Lösung?

Bei einer isotonen Umgebung besteht kein ausgeprägter effektiver osmotischer Gradient, der zu einer deutlichen Veränderung des Zellvolumens führt.

Viele für die Volumentherapie verwendete kristalloide Lösungen werden klinisch als isotone beziehungsweise annähernd isotone Lösungen eingeordnet.

Die tatsächliche physiologische Wirkung hängt jedoch nicht nur von einer einzelnen Osmolaritätszahl ab, sondern auch von der Zusammensetzung und Verteilung der enthaltenen Stoffe.

13. Was ist eine hypotone Lösung?

Eine hypotone Lösung weist im Vergleich zum betrachteten Zellmilieu eine geringere effektive Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen auf.

Unter hypotonen Bedingungen wird Wasserbewegung in die Zellen begünstigt. Dadurch kann das Zellvolumen zunehmen.

Hypotone Flüssigkeiten sind daher nicht einfach mit isotonen Lösungen austauschbar. Ihre Verwendung erfordert ein klares therapeutisches Ziel und entsprechende Überwachung.

14. Was ist eine hypertone Lösung?

Eine hypertone Lösung besitzt im Vergleich zum betrachteten Zellmilieu eine höhere effektive Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen.

Dadurch kann Wasser aus den Zellen in den extrazellulären Raum gezogen werden.

Ein bekanntes Beispiel aus der klinischen Medizin sind bestimmte hypertone Natriumchloridlösungen. Diese haben spezielle Indikationen und dürfen nicht als gewöhnlicher Ersatz für standardmäßige kristalloide Flüssigkeiten betrachtet werden.

Sicherheitshinweis

Hypertonische Lösungen sowie die Korrektur ausgeprägter Elektrolytstörungen erfordern besondere Fachkenntnisse, genaue Dosierung und Überwachung. Dieses Kapitel dient ausschließlich dem Verständnis der grundlegenden physiologischen Konzepte.

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15. Wie wird die richtige Infusionslösung ausgewählt?

Es gibt keine Infusionslösung, die unabhängig vom klinischen Kontext für jeden Patienten die „richtige“ Wahl darstellt.

Bei der Auswahl müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

  • Grund für die Flüssigkeitstherapie,
  • klinischer Flüssigkeitsstatus,
  • bestehende Verluste,
  • laufende Flüssigkeitsverluste,
  • Natrium- und Kaliumhaushalt,
  • Chloridkonzentration,
  • Nierenfunktion,
  • Herzfunktion,
  • Säure-Basen-Status,
  • Begleiterkrankungen,
  • andere Flüssigkeitsquellen und Medikamente,
  • Reaktion auf die bisherige Behandlung.

NICE betont außerdem, dass eine IV-Flüssigkeitsverordnung unter anderem Art der Flüssigkeit, Volumen und Verabreichungsrate enthalten sollte.

Die Flüssigkeit ist nur ein Teil der Verordnung

Für eine sichere Infusionstherapie reicht es nicht, lediglich „NaCl“ oder „Ringer“ auszuwählen. Indikation, Lösung, Volumen, Geschwindigkeit, Patientenkontext und Reassessment gehören zusammen.

16. Was muss bei einer IV-Flüssigkeitstherapie überwacht werden?

Die Flüssigkeitstherapie ist ein dynamischer Prozess. Der Zustand eines Patienten kann sich verändern, weshalb die Behandlung regelmäßig neu beurteilt werden muss.

Abhängig von der klinischen Situation können zur Beurteilung beispielsweise gehören:

  • klinischer Allgemeinzustand,
  • Vitalparameter,
  • Flüssigkeitsbilanz,
  • Ein- und Ausfuhr,
  • Körpergewicht,
  • Urinproduktion,
  • Serumelektrolyte,
  • Nierenfunktionsparameter,
  • klinische Zeichen von Volumenmangel,
  • klinische Zeichen einer Flüssigkeitsüberlastung.

Welche Parameter erforderlich sind und wie häufig sie kontrolliert werden, richtet sich nach der individuellen klinischen Situation.

17. Welche Risiken können bei der Flüssigkeitstherapie auftreten?

Auch Infusionsflüssigkeiten können bei falscher Auswahl, unpassendem Volumen oder ungeeigneter Geschwindigkeit zu Problemen beitragen.

Mögliche Folgen einer unangemessenen Flüssigkeitstherapie können unter anderem sein:

  • unzureichende Volumenzufuhr,
  • Flüssigkeitsüberlastung,
  • periphere Ödeme,
  • Lungenödem,
  • Elektrolytstörungen,
  • Störungen des Säure-Basen-Haushalts.

Zusätzlich können bei intravenösen Zugängen lokale Komplikationen wie Infiltration, Extravasation, Phlebitis oder Infektionen auftreten. Diese betreffen primär den Gefäßzugang und müssen von systemischen Problemen der Flüssigkeitstherapie unterschieden werden.

IV-Flüssigkeiten sind Arzneimitteltherapie

Infusionslösungen sollten mit derselben Sorgfalt wie andere medizinische Therapien eingesetzt werden. Eine unnötige oder unzureichend überwachte Flüssigkeitsgabe kann klinisch relevante Folgen haben.

18. Wie kann man Infusionslösungen leichter lernen?

Versuchen Sie nicht, jede Infusionslösung isoliert auswendig zu lernen. Ein systematischer Ansatz erleichtert das Verständnis.

Schritt 1: Kategorie bestimmen

Kristalloid oder Kolloid?

Schritt 2: Zusammensetzung prüfen

Welche Elektrolyte oder anderen Bestandteile enthält die Lösung?

Schritt 3: Tonizität verstehen

Isoton, hypoton oder hyperton?

Schritt 4: Therapieziel verstehen

Resuscitation, Maintenance, Replacement oder Redistribution?

Schritt 5: Reassessment

Hat die Therapie das gewünschte Ziel erreicht und sind Anpassungen erforderlich?

Lösung kennen
↓
Zusammensetzung verstehen
↓
Therapieziel bestimmen
↓
Patient überwachen
↓
Neu beurteilen

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Häufige Fragen zu Infusionslösungen

Was sind Infusionslösungen?

Infusionslösungen sind sterile Flüssigkeiten zur intravenösen Verabreichung. Je nach Zusammensetzung können sie beispielsweise Wasser, Elektrolyte, Glukose oder andere Bestandteile enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen Kristalloiden und Kolloiden?

Kristalloide enthalten Wasser und relativ kleine gelöste Stoffe wie Elektrolyte. Kolloidale Lösungen enthalten größere Moleküle beziehungsweise Makromoleküle, beispielsweise Proteine wie Albumin.

Was enthält NaCl 0,9 %?

NaCl 0,9 % enthält ungefähr 154 mmol/L Natrium und 154 mmol/L Chlorid.

Was ist Ringer-Laktat?

Ringer-Laktat ist eine kristalloide Elektrolytlösung, die unter anderem Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium und Lactat enthält. Die genaue Zusammensetzung sollte anhand des jeweiligen Produkts überprüft werden.

Was bedeutet isoton?

Isoton beschreibt eine Situation, in der zwischen zwei Flüssigkeitsräumen kein ausgeprägter effektiver osmotischer Gradient besteht, der eine deutliche Netto-Wasserbewegung und Veränderung des Zellvolumens hervorruft.

Was bedeutet hypoton?

Eine hypotone Umgebung besitzt im Vergleich zum betrachteten Zellmilieu eine geringere effektive Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen. Wasser kann dadurch verstärkt in Zellen gelangen.

Was bedeutet hyperton?

Eine hypertone Umgebung weist eine höhere effektive Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen auf. Dadurch kann Wasser aus Zellen in den Extrazellulärraum gezogen werden.

Was sind die 5 R der Flüssigkeitstherapie?

Die von NICE verwendeten 5 R sind Resuscitation, Routine Maintenance, Replacement, Redistribution und Reassessment.

Welche Infusionslösung ist die beste?

Es gibt keine einzelne Infusionslösung, die für jede klinische Situation optimal ist. Die Auswahl hängt unter anderem vom Therapieziel, Flüssigkeitsstatus, Elektrolythaushalt, Säure-Basen-Status, Begleiterkrankungen und der Reaktion auf die Behandlung ab.

Fazit

Das Verständnis von Infusionslösungen beginnt mit einigen grundlegenden Unterscheidungen.

Kristalloide oder Kolloide?
↓
Welche Zusammensetzung?
↓
Welche Tonizität?
↓
Welches Therapieziel?
↓
Welche Überwachung?
↓
Reassessment

NaCl 0,9 %, Ringer-Laktat, balancierte Elektrolytlösungen und Glukoselösungen besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb sollte die Auswahl einer IV-Flüssigkeit immer im Zusammenhang mit dem individuellen klinischen Ziel und dem Zustand des Patienten betrachtet werden.

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Dieser Artikel ist der zentrale Teil unserer Lernserie über IV-Flüssigkeiten und Infusionstherapie.

NaCl 0,9 % oder Ringer-Laktat: Was ist der Unterschied? →

Infusionsgeschwindigkeit berechnen: mL/h und Tropfen/min →

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt einfach erklärt →

IV-Flüssigkeitstherapie: Überwachung und Flüssigkeitsbilanz →

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Medizinische Quellen und weiterführende Literatur

Die medizinischen Grundlagen dieses Artikels orientieren sich unter anderem an folgenden Fachquellen:

  1. NICE – Intravenous fluid therapy in adults in hospital. Leitlinie zu Beurteilung, Verordnung, Überwachung und den „5 R“ der intravenösen Flüssigkeitstherapie.
    NICE-Leitlinie zur IV-Flüssigkeitstherapie öffnen
  2. NCBI Bookshelf / StatPearls – Crystalloid Solutions in Intravenous Fluid Therapy. Übersicht über kristalloide und kolloidale Flüssigkeiten sowie häufig verwendete Kristalloide wie Ringer-Laktat und NaCl 0,9 %.
    NCBI Bookshelf – Crystalloid Solutions
  3. NCBI Bookshelf / StatPearls – Commonly Used Intravenous Fluids and Their Components. Tabelle zur Zusammensetzung verschiedener Infusionslösungen, einschließlich NaCl 0,9 % und Ringer-Laktat.
    Tabelle der IV-Flüssigkeiten ansehen
  4. Merck Manual Professional Edition – Intravenous Fluid Resuscitation. Fachübersicht über intravenöse Flüssigkeitstherapie, Kristalloide, Kolloide und Flüssigkeitsreanimation.
    Merck Manual – Intravenous Fluid Resuscitation
  5. OpenStax – Anatomy and Physiology 2e: Body Fluids and Fluid Compartments. Grundlagen zu intrazellulären und extrazellulären Flüssigkeitsräumen, Elektrolyten und Osmose.
    OpenStax – Body Fluids and Fluid Compartments
  6. OpenStax – Anatomy and Physiology 2e: The Cell Membrane. Grundlagen zu Osmose sowie isotonen, hypotonen und hypertonen Bedingungen.
    OpenStax – Osmose und Tonizität

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen medizinischen Aus- und Weiterbildung. Er stellt keine individuelle Therapieempfehlung dar und ersetzt weder klinische Leitlinien noch ärztliche Anordnungen oder die Ausbildung durch qualifiziertes Fachpersonal. Auswahl, Volumen, Zusammensetzung und Infusionsgeschwindigkeit intravenöser Flüssigkeiten müssen anhand des individuellen Patienten, der Indikation, aktueller Laborwerte, Begleiterkrankungen und geltender lokaler Protokolle festgelegt und überwacht werden.

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